Tierische Bewohner des Cap Sizun
Die Kegelrobben der Bucht von Audierne
- les phoques gris -
Wenn sie am Vormittag oder gegen Abend entlang der Küste unterhalb unseres Hauses einen Spaziergang unternehmen und aufmerksam das Meer nahe der Küste beobachten, dann werden Sie bestimmt hin und wieder die Nasen der Kegelrobben der Bucht von Audierne in den Wellen auftauchen sehen.
Die Robben lassen sich gerne faul im Wasser treiben, nur die markante Nase verrät, wer da so entspannt ein Schläfchen hält. Spricht man sie an, dann schauen sie mit ihren großen Augen zur Küste herüber, um herauszufinden, wer denn da ihre Ruhe zu stören wagt.
So süß die Robben auch sind, bei den Fischern der Bucht von Audierne sind sie keine gern gesehenen Gäste. Die Fischer werden immer öfter Opfer von regelrechten Plünderungen durch die Kegelrobben. Sie dringen in die Netze ein, halten dort ihr Festmahl und vernichten auf diese Weise schlimmsten Falls den ganzen Fang des jeweiligen Fischers. Da können schon schnell bis zu 300 Kilo Fisch den Robben zum Opfer fallen.
Die größte französische Kegelrobbenkolonie lebt im Mer d'Iroise, ungefähr 150 Tiere sollen es sein, europaweit gesehen ist das eine sehr kleine Kolonie, aber die Zahlen der wunderschönen Tiere sind steigend.
Eine männliche Kegelrobbe vom Vorjahr beim Sonnenbad im Februar
Die Delphine vor der Küste des Cap Sizun
- les dauphins -
Wer Glück hat, der wird plötzlich vom Küstenwanderweg aus viele graue Rückenflossen in irgend einer Bucht entlang der Steilküste auftauchen sehen. Nicht erschrecken, obwohl man bei Ansicht der Rückenflossen auch an Haie denken könnte, gehören sie hier am Cap Sizun zu den Delfinen, die entlang der Küste den Sardinen- und Makrelenschwärmen folgen.
Meist sind es die 'gewöhnlichen Delfine', die man vor der Küste des Caps beobachten kann, wenn man sehr großes Glück hat, kann man aber auch auf Vertreter der sogenannten 'Risso Delfine' (Rundkopfdelfine) treffen. Ihr Kopf ist stark abgerundet und gleicht eher dem Kopf eines Wals. Auffallendes Merkmal ist ihre große, aufrecht stehende Rückenflosse, die am oberen Ende sichelförmig nach hinten gekrümmt ist.
Die Delfine am Cap Sizun, sie folgen den Fischschwärmen bis nah an die Küste
Wenn man die Flossen auftauchen sieht, dann hat man das Glück, auf eine Delfinschule getroffen zu sein, die gerade einen Schwarm von Sardinen oder Makrelen aufgetan hat und nun dabei ist, ein fürstliches Mahl zu genießen.
Spielerisch gleiten die wunderschönen Tiere durch die Wellen, tauchen auf und ab, blasen die verbrauchte Luft aus und atmen wieder ein.
Halten Sie an, setzen Sie sich auf einen Felsen an der Küste und beobachten Sie dieses besondere Schauspiel. Jeder, der bisher das Glück hatte, die Delfine zu treffen, war berührt von der magischen Begegnung mit den sanften, verspielten Meeresbewohnern.
Genießen Sie den Moment. Meist bleiben die Delfine nicht allzu lange in einer Bucht. Haben sie nach einer halben Stunde genug gejagt und gespielt, dann zieht die Schule weiter, immer entlang an der Küste des Caps.
Eine traurige Tatsache darf im Zusammenhang mit den Delfinen vor der bretonischen Küste nicht unerwähnt bleiben: Es wird in Frankreich gerne totgeschwiegen, dass jedes Jahr tausende von Delfinen in den Schleppnetzen der kommerziellen Fischerei zu Tode kommen.
Die Umweltorganisation Sea Shepherd befaßt sich ganz aktuell wieder mit der Tatsache, dass französische Fischereigewässer immer mehr zur Todesfalle für Delfine werden. Im Frühjahr 2019 wurden in sechs Wochen über 600 tote Delfine an den Küsten angespült, auch in hier der Bretagne. Das ist natürlich nur ein Bruchteil der tatsächlich auf See getöteten Tiere. Die angespülten Tiere zeigen deutliche Spuren ihres Martyriums, Abdrücke der Schleppnetze und Löcher der Haken, mit denen die Fischer sie an Bord ziehen.
Trauriges Update: Zwischen Dezember 2022 und Ende Februar 2023 wurden zwischen 2000 und 4000 Delfine durch die kommerzielle Fischerei in der Biskaya getötet. (Zahlen Sea Shepherd)
Totes Delfinweibchen mit deutlichen Spuren seines Leidensweges
Crédit Photos : Tara Lambourne / Sea Shepherd
Wer sich für das Thema interessiert, der kann die aktuelle Lage im Kampf gegen das sinnlose Sterben der Delfine immer auf der Seite von Sea Shepherd verfolgen: http://www.seashepherd.fr/ oder https://sea-shepherd.de/
Sea Shepherd ist eine absolut unerstützenswerte Organisation.
Seevögel
Natürlich werden Sie während Ihres Urlaubs auch auf alle möglichen Möwenarten und andere Seevögel treffen.
Silbermöwe in Guilvinec
Wer Interesse an Vogelbeobachtung hat, der kommt vor allem in den Monaten von Januar bis einschließlich März auf seine Kosten. Man kann die Vögel natürlich vom Boot aus beobachten, gute Beobachtungsplätze sind aber auch die ins Meer hineinragenden Landzungen, die Pointes, des Cap Sizun.
Die Pointe de Feuteun Aod, zwischen Plogoff und der Pointe du Raz gelegen, ist ein bevorzugter Beobachtungspunkt für Hobbyornithologen. Hier kann man zur richtigen Jahreszeit in kurzer Zeit hunderte von Seevögeln vorbeiziehen sehen und auch seltene Vogelarten beobachten.
Silbermöwe in Goulien
ür Vogelbeobacher ist auch die "Réserve du Cap Sizun" sehr interessant. Das Vogel- und Naturschutzgebiet liegt, unweit von Audierne, bei Goulien an der Küste des Cap Sizun. Ausflug ins Vogelschutzgebiet.
Austernfischer unterhalb unseres Hauses bei Niedrigwasser vor der Plage de Kersiny
Kormorane, Baßtölpel, Tordalke, Trottellummen, Austernfischer, Steinwälzer, Sanderlinge, Schnepfen, Seeschwalben und die zahlreichen Möwenarten, wie zum Beispiel Zwergmöwen, Lachmöwen, Dreizehenmöwen, Silbermöwen, Heringsmöwen oder Mantelmöwen sind am Cap Sizun zahlreich zu beobachten.
Im Monat April kann man an manchen Tagen hunderte von Baßtölpeln beobachten, die vor der Küste entlangziehen. Sie sind auf Ihrer langen Wanderung von den Kanarischen Inseln, zurück zu ihren Brutgebieten auf den Sept Îles in der Nordbretagne.
Die schönen Baßtölpel kann man am Cap Sizun vor allem im Frühjahr beobachten
Mit ein bisschen Glück trifft man aber auch auf Eistaucher, Sterntaucher, Atlantik-Sturmtaucher, Prachttaucher, Haubentaucher, Eiderenten, Trauerenten, Eissturmvögel, Sturmschwalben und große Raubmöwen.
Links Haubentaucher, rechts große Raubmöwe
Bei Niedrigwasser kann man in der Bucht von Audierne, vom Haus aus zu Fuß am Besten vor der Plage de Kersiny, verschiedene Reiherarten dabei beobachten, wie sie geschickt Fische aus dem flachen Wasser fangen.
Graureiher und die kleineren Seidenreiher durchwaten das Niedrigwasser und lassen sich kaum dabei stören, ihre Beute aus dem Wasser zu fischen.
Reiher auf Beutezug vor der Plage de Kersiny
Der Seidenreiher ist ein kleiner Vertreter seiner Art, aber sehr hübsch anzusehen. Auch er ist regelmäßig bei Niedrigwasser auf Beutezug
Ein Kormoran beim Trocknen seines Gefieders nach dem Beutezug
Kormorane im Hochzeitskleid zur Paarungszeit Ende Februar
Die Seeanemonen vor der Küste des Cap Sizun
Actinia equina bei Ebbe am Strand von Kersiny in einem Wasserloch
Schaut man eine Seeanemone mit ihren filigranen, sich in der Strömung wiegenden Fangarmen an, dann denkt man - vom Namen noch darin bestärkt- sofort an Blumen. Hier liegt man aber völlig falsch, denn die anmutigen Wesen gehören zur Gattung der Blumentiere und sind somit Tiere.
Etwa tausend Arten von Seeanemonen bevölkern die Ozeane, von der Südsee bis hinüber nach Polen, vom Strand, wo sie bei Ebbe sogar oberhalb der Wasserlinie überleben, bis hinuter in die Abgründe der Tiefsee.
Auch in der Bretagne leben viele Arten von Seeanemonen, um sie zu bewundern muss man nicht unbedingt die Taucherbrille anlegen, denn bei Ebbe kann man sie überall vor der Küste in Wasserlöchern finden.
Anemonen vor Kersiny
Ein weiterer Trugschluss ist, dass Anemonen an einer Stelle 'festgewachsen sind' und sich nicht bewegen. Sie verfügen über eine Art Haftscheibe, einen Muskel, mit dem sie sich auf dem Untergrund halten können, der es ihnen aber auch möglich macht, sich am Boden langsam fortzubewegen.
So bewegen sie sich langsam, aber beständig über Felsenriffs und Steine, immer auf der Suche nach einer Strömung, die ihnen im wahrsten Sinne des Wortes Nahrung in die Arme treibt, die sie dann elegant mit ihren Fangarmen in den in der Mitte liegenden Mund befördern.
Erdbeeranemone bei Ebbe oberhalb der Wasserlinie, die Fangarme eingezogen, bis die Flut kommt
Die hier gezeigte Actinia Equina, die sogenannte Pferdeanemone, ist vor der Küste von Plouhinec sehr häufig anzutreffen. Sie lebt von kleinen Fischen, Krebsen und Muscheln die sie mit dem Gift aus den winzigen Giftstacheln an den Spitzen ihrer bis zu 200 Tentakel paralysiert. De Pferdeanemone ist lebendgebärend, sie bringt bereits lebensfähige Larven zur Welt.
Auch für ein Überleben bei Ebbe ist die Pferdeanemone bestens gerüstet, sie zieht einfach ihre Fangarme ein und behält einen kleinen Wasservorrat in ihrem Inneren. Um sich vor Austrocknen zu schützen, sondert sie einen Schleim ab, der sie glänzen läßt.
Anemonen sollte man nicht berühren, denn sie gehören zu den Nesseltieren.
Aber Vorsicht. Anfassen sollte man die Seeanemonen nicht, denn die hübschen Blumentiere gehören - wie die Quallen - zur Gattung der Nesseltiere und ein Kontakt mit ihnen kann recht schmerzhaft sein.
Schmetterlinge - Insekten
Verschiedene schöne und teils auch seltene Schmetterlingsarten bevölkern die Natur am Cap Sizun.
Besonders schön ist der Schwalbenschwanz, man nennt ihn in der Gegend auch "Papillon du Finistère" /Schmetterling des Finistère, weil er häufig anzutreffen ist.
Wenn die Sonne scheint, kann man bei uns auf der Terrasse oft Schwalbenschwänze beobachten, die im Blumenbeet nach Nahrung suchen.
Schwalbenschwanz im Blumenbeet vor unserer Terrasse
Die Wespenspinne, die gerne ihre Netze zwischen den Blumen im Garten spinnt, gehört zu den Radnetzspinnen und kann stattliche 2,5 Zentimeter groß werden. Die Weibchen zeigen am Hinterleib die markante gelb-schwarze Streifenfärbung, die der Spinne ihren Namen gegeben hat.
Trotz ihrer beeindruckenden Größe und ihres trügerischen Namens ist die Wespenspinne für den Menschen ungefährlich.
Auch die harmlose und sehr schön anzusehende Wespenspinne ist im Finistère heimisch
Amphibien und Reptilien
Besonders schön anzusehen und auch von ihrer Größe her recht spektakulär sind die großen Smaragdeidechsen hier am Cap. (Westliche Smaragdeidechse)
Sie leben in Steinmauern, Trockenböschungen und im Ginster-und Heidekraut rechts und links des Küstenwegs. Läuft man an einem sonnigen Tag den Weg entlang, dann kann man sie beobachten oder zumindest ihr Rascheln hören, wenn sie sich schnell in Sicherheit bringen.
Die großen grünen Schönheiten können bis zu 40 Zentimeter Länge erreichen, allerdings ist in diesem Maß der lange Schwanz inbegriffen, der bei ausgewachsenen Männchen schon mal über zehn Zentimeter lang sein kann. Smaragdeidechsen sind blitzschnelle Jäger und fressen außer allen Arten von Insekten auch Jungmäuse, Reptilieneier und alle Arten von essbaren Beeren.
Im Finistère trifft man auch immer noch häufig auf Feuersalamander, die bei uns in Deutschland schon sehr selten geworden sind. Ihre schwarz glänzende Haut mit den leuchtend gelben Flecken macht sie unverwechselbar, wenn sie in den Morgen- oder Abendstunden aus ihren Verstecken kommen, um auf Beutezug zu gehen. Oft leben sie in den Schächten der Wasseranschlüsse der Häuser, in alten Brunnenlöchern oder anderen Erdverstecken.
Ein Feuersalamander auf Beutezug
Ihren Feinden, wie zum Beispiel Hunden, Katzen oder Füchsen signalisieren sie mit ihrer leuchtenden Zeichnung: Haltet Abstand, wir sind giftig! Für Menschen ist ein Kontakt mit dem giftigen Hautsekret des Salamanders allerdings harmlos.
Auf Youtube zeigen wir Ihnen das schönste Ende der Welt:
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